Berichte

Die DJK-Wanderabteilung berichtet über die Herbstwanderung 2 0 1 7

weiter auf dem J A K O B S – P I L G E R W E G  von Köln nach Trier.

  1. Tag Samstag, den 07. Oktober 2017.

Wie immer trafen wir uns vor der Kirche in Heisingen und gegen 7:30 Uhr ging es mit dem Bus von ExtraTour los, mit unserem „Wille“ am Steuer.

Unser erstes Ziel war heute wiederum die Römische Kalkbrennerei in Iversheim, kurz vor Bad Münstereifel. Da bei der Frühjahrswanderung nicht alle Teilnehmer in der Kalkbrennerei waren, wurde dies nachgeholt.

Die fast 2000 Jahre alten gut restaurierten Kalköfen wurden vom Museumsführer Helmut Ruß sehr verständnisvoll vor-gestellt und der Produktionsablauf besprochen.

Danach weiter nach Blankenheim, wo uns der Bus hinauf zum Nußheckhof brachte. Hier oben war es recht windig und der Wettergott hatte den Himmel zugezogen. Fast alle machten sich auf den Weg und über das Russenkreuz ging es durch den Wald hinunter nach Schlemmerdorf.

Da der lange Anstieg durch den Ort nicht so einladend war, brachte uns der Bus wieder auf die Höhe, und am Waldcafe

Maus wurde die Wanderung Richtung Ahrmühle fortgesetzt.

Von hier wieder bergauf nach Waldorf. Es war inzwischen ein kalter Wind aufgekommen, und je höher wir im Gelände kamen, desto unangenehmer wurde es.

Was alle nicht wussten, Wanderwart Dieter hatte im Vorfeld mit Gemeinde-Vertreterin (Frau Linden) vereinbart, dass das vor ihrem Wohnhaus geplante Picknick bei schlechtem Wetter im Gemeindesaal stattfinden konnte. Da sich einige Teilnehmer unten in Ahrmühle entschieden hatten, mit dem Bus hinauf nach Waldorf zu fahren, konnten wir im geheizten Gemeindesaal alles zum Picknick erforderliche herrichten. Sogar die Gerätschaften der Küche durften benutzen und Frau Linden half tüchtig mit.

Die in unterschiedlichen Abständen eintreffenden Wandergruppen waren hellauf begeistert, zumal einige doch recht durchgefroren waren.

Nach dem Picknick besichtigten wir die Krippen Welt der Familie Linden in deren Anwesen. In liebevoller Kleinarbeit haben die Lindens ein anschauliches Krippen-Museum aufgebaut, mit allem drumm und drann.

Die nächste Etappe führte vorbei am Vierherrenstein (eine alte Grenzmarkierung) zum Treffpunkt an der L 110 und von dort zum Abschluss bis zur sehenswerte Kirche St.

Mariä Geburt in Baasem.

Von hier mit dem Bus ins „Hotel Eifelstern“ in Bitburg, wo wir übernachteten.  

  1. Tag Sonntag, den 08. Oktober 2017

Gegen 9:00 Uhr ging es los, die Sonne kam ab und zu durch die Wolken, aber es war recht kühl. Für uns kein Problem, denn um 10:00 Uhr mussten wir an der Abtei Maria Frieden sein, um dort an der hl. Messe teilzunehmen. Schon am Bus wurden wir von einer Nonne empfangen, die uns den richtigen Weg wies, das gleiche im Gebäudetrakt und schließlich

befanden wir uns in einem frisch-freundlichen Kirchenraum. Ich glaube, alle werden die Abtei in guter Erinnerung halten.

Am Bus jedoch gab es ein Problem, eine Mit-Wanderin hatte ihren Koffer im Hotel stehenlassen. Im nächsten Ort Kronenburg konnte das Problem jedoch gelöst werden. Die Betroffene fuhr mit einem Taxi zum Hotel und stieß am Endpunkt der Wanderung in Prüm wieder zu uns.

Die mittelalterliche Altstadt von Kronenburg ist sehenswert und befindet sich auf einem Berg über dem Fluss Kyll.

Nach der Kyll-Überquerung stand die Etappe Ormont – Forsthaus Schneifel auf dem Programm. Vorbei an einigen Betonbarrieren aus dem 2. Weltkrieg (Westwall) führte der Pilgerweg über den Schneifel-Höhenweg zum Forsthaus.

Da es hier oben in der Schnee-Eifel (Schneifel) fast nur durch Wald geht, und es außerdem recht unangenehm „niesel

regnete“, fuhren wir mit dem Bus über Bleialf auf der Route Land und Kultur nach Tafel, oberhalb von Prüm.

Hier begann die letzte Etappe. Sie führte vorbei an einem gigantischen Explosionskrater. In einem Stollensystem des Kalvarienberges lagerten die französischen Besatzungsmächte ca. 550 t Munition, die durch einen Brand explodierten.

 Bilanz: 250.000 cbm Erdreich und Schutt wurden in die Luft geschleudert. Ein Krater von 190 m Länge, 90 m Breite und 26 m Tiefe entstand. 12 Tote, 60 verletzte und 76 zerstörte sowie 161 beschädigte Häuser. Ein riesiges Kreuz aus Basaltgestein steht oberhalb des Kraters. Schluss-Spurt hinunter zur Stadt mit der sehenswerten St. Salvator Basilika.

Abschlussabendessen im Restaurant Karlino im Familiengästehaus der Stadt Prüm.

Rückfahrt nach Essen - alles gut gelaufen    

Zum Schluss:

Die Frühjahrswanderung 2018 findet am 07./08. April statt.

Es geht weiter auf dem Pilgerweg, diesmal von Prüm über Waxweiler und Neuerburg nach Sinspelt.    Euer Wanderwart: Dieter Hofmann

 

Die DJK-Wanderabteilung berichtet über die

13-tägige Flug-Bus-Gruppen-Pilgerfahrt nach SPANIEN   vom 15. - 27. Mai 2017 auf dem „Camino Francés“ von St. Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela.

In Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter Determann & Kreienkamp, hatten unsere DJK-Wander-führer die 3. und damit letzte Etappe der 3-jährigen Pilgerreise durch Frankreich und Spanien geplant und auch durchgeführt.

(2015 von Trier nach Le-Puy-enVelay / 2016 von Le-Puy-en-Velay nach St.Jean-Pied-de-Port.)

Im nachfolgenden Bericht sind aus Platzgründen nur die herausragenden Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Städten aufgeführt.

  1. Tag - Montag, 15.05.   -   Abreise

Gegen 9:00 Uhr trafen sich 38 Teilnehmer vor der St.Georg-Kirche in Heisingen und wurden mit einem Bus des Reisedienstes Gössling zum Flughafen Düsseldorf gebracht.

Gemeinsamer Flug nach Bilbao an der spanischen Biscaya-Küste, Abflug 12:05 Uhr. Der Flug verlief problemlos, so, dass auch diejenigen begeistert waren, die dem „Fliegen“ skeptisch gegenüber standen; Ankunft in Bilbao 14:30 Uhr.

Im Flughafen wartete bereits unser Reiseleiter Gottfried Wiedemer auf uns, der uns auf den beiden Pilger-Etappen durch Frankreich schon erfolgreich begleitet hatte. Der spanische Busfahrer Manuel verstaute die Koffer im Bus, und los gings.

Unser erster Programmpunkt war die Hängefähre „Puente de Vizcaya“ über den Fluss Nervión, kurz vor seiner Mündung ins Meer. Die Fähre (seit 2006 UNESCO-Weltkulturerbe) transportiert nicht nur Personen, sondern auch Autos; fährt aber nicht auf dem Wasser, sondern hängt an Stahlseilen mehrere Meter über dem Fluss; < nur so ~ ungefähr > wie die Wuppertaler-Schwebebahn, auch nicht so hoch.

Danach kurz ins Hotel, und auf, zu einem beeindruckenden Rundgang durch die Altstadt. Fluss-Promenade, Theater, Bahnhof, Kathedrale, usw. Anschließend ein bischen Freizeit (bei einem Eis oder Bierchen) und dann zurück ins Hotel, wo um 20:00 Uhr das Abendessen auf uns wartete.

  1. Tag - Dienstag, 16.05.

Nach dem Frühstück: letztmals über die futuristische Fußgängerbrücke Zubizuri über den Nervion zum Guggenheim Museum. Das im Sonnenlicht metallschillernde Bauwerk hat uns alle beeindruckt, ergänzt von den kühnen statischen Konstruktionen im Inneren. Nicht zu vergessen die gigantische bronzene Spinnenkonstruktion auf dem Freigelände.

Um 11:15 Uhr Abfahrt. Auf der Autobahn vorbei an San Sebastian und Irun nach Frankreich und dort auf der Landstraße bis St.Jean-Pied-de-Port, wo wir gegen 14:00 Uhr eintrafen.

St.Jean-Pied-de-Port: Ausgangspunkt des „Camino Francés“, Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

Spätestens hier besorgt man sich den bekannten Pilger-Pass, um sich unterwegs in den einzelnen Stationen den jeweiligen örtlichen Pilgerstempel zu holen.

Mit dem Bus auf den Ibaneta-Pass (1057 m). Von hier die 1.Pilgeretappe hinunter nach Roncesvalles,

altes Augustinerkloster am Südhang der Pyrenäen und wichtiger Haltepunkt auf dem Jakobsweg.

Gegen Abend sind wir im Hotel in Pamplona. Nach dem Abendessen, Gang zum erleuchteten Rathaus.

  1. Tag - Mittwoch, 17.05.

Der Busfahrer hat heute einen freien Tag, weil wir in Pamplona zu Fuß unterwegs sind.

Stadtbesichtigung: San Saturnino mit Santiago-Statue (kniender Pilger). Plaza del Castillo = Plaza Mayor.

Plaza de Toros mit Hemingway-Denkmal. Rua Estafeta - durch die im Juli die Stiere getrieben werden.

Kathedrale – Kreuzgang u. Museum.

Bei ca. 30° ist es sehr schwül und die Mittagspause (zur freien Verfügung) mit Tapas und erfrischenden Getränken in der Fußgängerzone (Rua Estafeta) tat so richtig gut.

Cafe Iruna – in der Stammkneipe von Hemingway steht er in Bronze an der Bar.

Nach dem Abendessen: Wer noch Lust hatte – Spaziergang (mit Absacker) in die beleuchtete Altstadt.

  1.  Tag - Donnerstag, 18.05.

Fahrt nach Puente de la Reina mit der alten (1050) romanischen Brücke über den Fluss (Postkartenbild). Besichtigung der Kirche del Crucifijo mit interessantem Gabelkreuz. Wir singen zum Abschied „Lobe den Herren“ – tolle Stimmung.

Weiterfahrt nach Eunate mit seiner Oktogon-Kirche (achteckig); ein magischer Platz in traumhafter Landschaft. und, in den kleinen Wandnischen in der Kirche, hatten Rotschwänzchen ihre Nester gebaut. Dann kam Cirauqui, wo die 2. Pilgerwanderung anstand. Bei der Dorfdurchquerung fing es an zu regnen, deshalb warteten wir an der Kirche San Román, bis der Schauer vorüber war. Auf dem recht steilen Abstieg, hinunter zum unscheinbaren Römer-Brückchen, passierte es dann.

Der schmale lehmige Pfad war durch den Regenschauer glitschig geworden, zwei Damen unserer Gruppe glitten aus und sahen anschließend ganz schön „vermatscht“ aus. Gottseidank haben sich beide dabei nicht verletzt und nahmen die Sache deshalb auch nicht ganz so tragisch – reine Pilgerangelegenheit.

Mittagspause in Estella (auch Estella la Bella genannt). Es regnet wieder als wir die Ega-Brücke über-queren, um zur ehemaligen gotischen Kirche San Sepulcro zu kommen, mit der berühmten Apostelreihe an der Außenfassade. Weiter zum Palast der Navarra-Könige (vor 1200). Mit einem Aufzug erreichten wir den Eingang des Kreuzganges, der 1525 an zwei Seiten zerstört wurde. Nur mit dem Fahrstuhl kommt man problemlos in die San Pedro Kirche mit: Muttergottes, Petrus mit Tiara, Schlangen-Säule.

Übernachtung in Logrono am Rio Ebro. Nach dem Abendessen kurzer Spaziergang durch die Altstadt.

  1. Tag - Freitag, 19.05.

Erste Station ist heute Nájera. In der Kirche Sta. Maria la Real stehen wir vor dem Hochaltar mit Taubenwunder, der tausendjährigen Glocke und im Hoch-Chor vor den bewundernswerten Schnitze-reien des Gestühls.    

Zur Mittagszeit sind wir in Sto. Domingo de la Calzada. Das besondere in der ehemaligen Bischofskirche

sind die in einem erhöhten großräumigen Verschlag gehaltenen Hühner. Diese werden seit dem 14. Jahrh.

zum Andenken an das Galgen-und-Hühner-Wunder in der Kirche gehalten. Durch das Krähen des Hahnes (Gottesurteil ?) wurden damals für den Galgen vorgesehene Personen wieder frei gelassen. Gerade in dem Moment, als wir vor dem Verschlag standen (es waren nicht alle zugegen) krähte der weiße Hahn siebenmal kurz hintereinander. (Die Tiere werden wohl in bestimmtem Wechsel, täglich mehrmals ausgetauscht).

  1. Pilgerwanderung von Valdefuentes durch das hügelige Waldgebiet der Montes de Oca, zu der Kirche San Juan de la Ortega. Hier nehmen wir einen hinkenden Pilger im Bus mit und bringen ihn zu einer in der Nähe befindlichen Unterkunft.

Kurz vor Burgos das Kathäuser-Kloster in Miraflores. Besichtigung des mit dem Gold der Neuen Welt

geschmückten prächtigen Grabmahls von Don Juan II und Isabell von Portugal, Eltern der „katholischen Königin“ Isabella von Kastilien. Prunkvoll !

Übernachtung in Burgos. Es ist kühl am Abend.

 

  1. Tag - Samstag, 20.05.

Burgos am Rio Arlanzón. Stadtführung durch die Altstadt. Kathedrale Santa Maria. Casa Cordon des Condestável – hier wurde Columbus nach seinen ersten Reisen empfangen. Das Denkmal von El Cid, dem Bezwinger der Mauren. Theater.

Quintanilla de las Vinas mit einer kleinen westgotischen Kirche aus dem Jahr 700, die ziemlich außer-halb und auf der anderen Seite des Ortes an einem Berghang steht. Der Bus bleibt vor dem Dorf stehen. Dadurch kommen wir ungewollt zur 4. Pilgerwanderung.

Durch das landschaftlich reizvolle Tal des Rio Arlanza, erreichen wir Covarrubias. Späte Mittagspause in dem von einem Motorradtreffen-Lärm heimgesuchten schönen Ort.

Dann die Yecla-Schlucht. Hier zwängt sich ein rauschender Gebirgsbach durch eine enge Schlucht. Auf schmalen Gehsteigen steigt man durch die Enge etwa 800 m flussaufwärts. Manchmal ist es zwischen den steilen bis zu 80 m hohen schrägen Wänden nicht möglich, den Himmel zu sehen. Über alle dem, von der Natur geschaffenen Spektakel, kreisen die für die Gegend so bekannten Geier, Zielobjekt der Foto-grafen. Unschön war nur, dass uns von oben 2 Busladungen ostasiatischer Touristengruppen entgegen kamen, die sehr viel Platz und Zeit in Anspruch nahmen.

Anschließend besichtigten wir den doppelstöckigen Kreuzgang von Santo Domingo de los Silos mit den Eckreliefs und Kapitellen aus den Jahren ab 1100.

Zurück nach Burgos durch das reizvolle Kalkstein-Flusstal von Carazo; vorbei an Hängen voller blühenden weißen und gelben Ginsterbüschen.

  1.  Tag - Sonntag, 21.05.

Heute geht es rund 200 km durch die endlose Mesata-Hochebene, die im Mai noch grün, aber in den Sommermonaten -so weit das Auge reicht- braun und trocken ist.

Die 5. Pilgerwanderung führte durch das Dorf Castrojeriz, in dem es im Mittelalter mehrere Kirchen und Klöster mit Pilgerherbergen gab. Besichtigung der Kirche Sto. Domingo mit dem Knochenhaus. Der Treffpunkt mit dem Bus war etwas unklar; nach einigen Telefonaten zwischen Wiedemer, Hofmann und dem Busfahrer kamen wir dann doch glücklich zusammen.

Bald sind wir in Fromista. Im Bereich der schlichten und trutzigen Martinskirche wies uns Gottfried auf die erzählenden Kapitelle hin. An den Säulen in Stein gehauene Figuren und Bilder aus dem täglichen Leben, früher eine Bibel für Analphabeten.

 Villalcázar de Sigra – ein Marien-Wallfahrtsort. Romanische Basilika mit eindrucksvoller Vorhalle aus Ocker-Kalkstein und zwei außergewöhnlich schöne Fürstengräber im Kirchenraum.

Picknick in Carrión de los Condes.

Nicht im Programm, aber von Gottfried vor Jahren schon erpilgert, die Hufeisenkirche San Miguel de Escalada. Eine interessante Kirche, einsam, erbaut an einem seichten Hang in recht karger Landschaft.

Zur Erprobung der Akustik sangen wir zum Abschied einen Kanon.

Abendessen und Übernachtung in Leon. Absacker-Bierchen unweit vom Hotel auf dem Plaza San Marcelo.    

  1. Tag - Montag, 22.05.

Heute ist der gesetzlich vorgeschriebene Ruhetag für den Busfahrer.

Deshalb Stadtführung am Vormittag. Casa Botines, erbaut von Gaudi – er sitzt in Bronze verewigt davor. Vor dem Guzmanes-Palast, in dem heute das Provinz-Parlament untergebracht ist, empfing uns ohren-betäubender Lärm von Straßenbauarbeitern, deshalb: nichts wie weg.

Kathedrale de Santa Maria de Regla, ein gotisches Juwel – hell und luftig mit herrlichen Glasfenstern. Museum San Isidoro, wegen den farbigen Tempera-Malereien auch „Sixtinische Kapelle der romanischen Malerei“ genannt.

Freizeit und Mittagspause am Plaza Mayor. Einige trafen sich danach am 5-Sterne-Hotel San Marcos – früher Hauptquartier der Santiago Ritterschaft am Bernesga-Fluss und stärkten sich in feudaler Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen. Während einige am Boule-Platz den Spielern zusahen, gingen andere mit Gottfried zurück zum Kathedral-Museum mit seiner hochkarätigen Sammlung der christlichen Kunst.

  1. Tag - Dienstag, 23. 05.

Kurzbesuch an der modernen Wallfahrtskirche Virgen del Camino, mit den monumentalen Bronze-Aposteln vom Künstler Subirach.

Vor dem Dorf Hospital-de-Orbigo zu Fuß über die spektakuläre Orbigo-Brücke mit ihren 20 Bögen. Auf den Wiesen neben dem Fluss fand 1434 der „Paso honroso“ statt, ein ehrenvolles Turnier des Suero de Quinónes. Ein goldenes Halsband für den Sieger. Im Ort besichtigen wir eine Pilgerherberge, die 1992 von deutschen Jugendlichen aus Freiburg eigerichtet wurde.

In Astorga stehen wir vor den Fantasiearbeiten des Jugendstil-Architekten Antonio Gaudi. Oberhalb einer wuchtigen Stadtmauer thronen die Kathedrale und der pompöse Bischofspalast. Als der Palast fertig war, gefiel er dem Bischof nicht, und er zog dort nicht ein.

Im hochgelegenen Dorf Foncebadón machen wir Mittagspause und starteten zur 6. Pilgerwanderung hinauf zum Cruz de Ferro (1517 m), einem der symbolträchtigsten Punkte des Jakobsweges. Über einem gewaltigen Steinhaufen erhebt sich ein 5 m hoher Eichenstamm mit einem Eisenkreuz auf der Spitze. Jeder Pilger legt hier einen Stein auf den immer höher werdenden Haufen, als Symbol für das Ablegen innerer persönlichen Lasten. Margret Grimberg spricht hier zum Abschied ein Gebet.

Mit dem Bus geht es nun hinab ins des Tal Rio Boeza und auf der anderen Seite hinauf in den Ort Las Médulas. Hier gibt es eine Besonderheit ganz anderer Art. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte bizarre Goldminen-Landschaft aus der Römerzeit. Ein baumbestandenes grünes Hochtal mit vielen gelb-orange-roten in die Höhe strebenden Gesteinsformationen. Überbleibsel aus dem Gold-Bergbau vor 2000 Jahren. Im Sonnenlicht ein Farbenspiel von einzigartiger Schönheit. Trotz 36° Hitze begaben sich etwa 20 Wanderer auf den Weg zu einer großen Höhle, um nahe an das farbige Gestein heran zu kommen.

Rückfahrt nach Ponferrada ins Hotel.

Nach dem Abendessen machten sich noch einige Unentwegte auf den Weg hinunter zur „eisernen Brücke“, vorbei an der Templer-Ruine, dem Uhrenturm und dem Rathaus.

 

  1. Tag - Mittwoch, 24.05.

Die 7. Pilgerwanderung begann kurz hinter Pieros und führte durch die Weinberge nach Villafranca del Bierzo, fast 7 km mit einigen „heißen“ Anstiegen für die etwa 30 Teilnehmer. Im Zielort kurze Rast in der Herberge Jesús Jato, Pilgerstempel und Toiletten, und ab in den wartenden Bus.

In 1300 m Pass-Höhe liegt O Cebreiro. Wir sind nun in Galicien. Hier oben befand sich früher eines der wichtigsten Pilger-Hospitäler. Wer es auf teilweise steilen Pfaden bis hier hinauf geschafft hat, konnte stolz sein – im Pilger-Deutsch trägt der Ort den Spitznahmen „Oh ! Krepiéro“.

Immer wieder vorbei an runden Felsstein-Häusern mit Strohdächern, den galicischen Pallozas, gelangten wir über Sarria nach Portomarin am Rio Minho. Das besondere an der Kirche San Nicolás ist: Durch den Bau des Minho-Stauwehres im Talgrund musste sie Stein für Stein abgetragen und am jetzigen Platz wieder aufgebaut werden. Kaffeepause.

Das Tagesziel Lugo ist früh erreicht. Ein Muss, ist die Wanderung über die 2,1 km lange, rund um die Stadt führende römische Stadtmauer (Weltkulturerbe), mit immer wieder beeindruckenden Ausblicken auf die sehenswerte Altstadt mit dem Santiago-Tor und der Kathedrale.

Auf den Stufen zum Plaza Mayor üben „römische Senatoren“ für das anstehende Stadtfest und unweit davon spielt eine Dudelsack-Gruppe einige fröhlich klingende Melodien.

  1. Tag - Donnerstag, 25.05. - Christi Himmelfahrt

Wir sind gegen 10:00 Uhr auf dem Monte del Gozo, dem Berg der Freude. Von hier aus sind erstmals -in der Ferne- die Türme der Kathedrale von Santiago de Compostela zu sehen. Ein Denkmal erinnert an den Besuch von Papst Johannes Paul II und weiter unterhalb schwenken 2 übergroße Pilger-Statuen aus Bronze

jubelnd ihre Hände in Richtung der Stadt.

Um 11:20 Uhr haben wir Santiago de Compostela erreicht und gehen durch die Pilgerpforte in die Stadt, um an der täglich in der Kathedrale stattfindenden Pilgermesse um 12:00 teilzunehmen. Die Messe dauert ca. 40 Minuten und die Kathedrale ist proppevoll mit Pilgern aus aller Herren Länder. Die Pilgersegnung, das Lied einer Nonne und vor allem das Schwenken des 54 kg schweren Weihrauch-kessels (dem Botafumeiro) durch das Querschiff und das Abschlusslied werden wohl für uns alle in steter Erinnerung bleiben.

Nach der Messe, Führung rund um die Kathedrale und danach durch das inzwischen fast menschenleere Innere des Gotteshauses, welches zu den schönsten und größten Spaniens und der ganzen Welt zählt Jeder der will, kann nach einem alten Ritual auf dem Hochaltar die Jakobus-Statue umarmen. Abgesehen von der Vielzahl der vorhandenen Kirchenschätze waren die Schatzkammer und die Bibliothek herausragend.

Wanderwart Dieter Hofmann suchte mit einigen anderen Teilnehmern unserer Gruppe das Pilgerbüro auf, um den letzten Stempel für den Pilgerpass zu holen. Gleichzeitig bat er um Ausstellung einer Pilger-Urkunde (die erhält nur derjenige, der die letzten 100 km tatsächlich zu Fuß gepilgert ist). Nach langem hin und her und nach mehreren Rücksprachen des „Stemplers“ mit einem „Oberstempler“ wurde letztendlich eine Urkunde für die Bus-Pilger-Reisegruppe „DJK Essen-Heisingen“ ausgehändigt. Puuuh, geschafft.

Unterkunft im Hotel Gelmirez in der Rua del Hórreo.

Abendessen – Büffet. Gottfried Wiedemer hatte sich Lammkottelets ausgesucht, was ihn dann jedoch zu dem Ausspruch bewog „Das ist nicht das Lamm Gottes, sondern der Widder des alten Abraham“.

Nach dem Essen kurzer Spaziergang und anschließend ein Bierchen in einem nahen Straßenrestaurant.

  1. Tag - Freitag 26.05.

Fahrt zum damaligen „Ende der Welt“. Der Wettergott scheint es heute mit uns nicht gut zu wollen.

Zuerst nach Padrón, Anlandungsort des „Engelsschiffchens“, mit dem die Gebeine des Apostels Jakobus angekommen sein sollen. Usseligges Niesel-Nebel-Wetter. In der Santiago-Kirche singen wir deshalb um besseres Wetter. Wir haben wohl nicht richtig gesungen, denn …

… in der Nähe von Muros beginnt es zu regnen, dazu vernebelte Sicht. Die traumhafte Küstenstraße entlang der fjordähnlichen Rias Baixas wird von mehr oder weniger starken Regenschauern heimgesucht. Kurz vor Fisterra versucht Wanderwart Dieter seinen himmlischen Vertrauten „Celsius“ zu erreichen, der hat aber (laut Dieter) einen Tag Urlaub und sein Chef „Petrus“ verspricht: Regenpause am Cabo Fisterra !

Dort können wir uns tatsächlich bei böigem Wind eine kurze Zeit für Fotos aufhalten; dann zurück in den Bus und Fahrt nach Fisterra zur Mittagspause.

Wir verteilen uns dort auf die vorhandenen Fisch-Restaurants und schaffen es gerade noch, trockenen Fußes dort unter zu kommen. Dann öffnet der Himmel seine Schleusen und im Nu sind die engen Gässchen und die Strandstraße überflutet. Nach dem Essen, auf dem Weg zum etwas weiter entfernt parkenden Bus noch vereinzelte Schauer. So erlebten wir „das Ende der Welt“ am „Cabo Fisterra“ mit Regen und Nebel.

Keine 10 km weiter, reißt plötzlich die Wolkendecke auf. Nach kurzer Zeit lässt sich sogar die Sonne wieder blicken. Deshalb halten wir in Carnota. In diesem Ort befindet sich der längste Mais-Speicher Galiziens.

In diesen überdachten, auf Steinsäulen stehenden und mit Lochsteinen gemauerten Speichern werden die geenteten Maiskolben entweder zum trocknen aufgehängt, oder in der Regel die schon gelösten Maiskörner zum trocknen ausgestreut. Der in der Nähe befindliche Friedhof mit seinen Grabmälern und für uns ungewohnten Urnen-Wandgräbern lockte uns ebenfalls an.

Bei jetzt sonnigem Wetter war die Küstenstraße entlang der Rias Baixas ein schöner Ausklang des heutigen Ausflugs. Vor Santiago bedeckte sich der Himmel jedoch wieder, aber es regnete nicht.

  1. Tag - Samstag, 27.05.   -   Heimreise  

Um 9:00 Uhr wurden die Koffer in den Bus gebracht.

Danach hatten wir den gesamten Vormittag zur freien Verfügung.

Gottfried macht mit uns noch eine kleine Stadtführung. Salome-Kirche mit einer Verkündigungs-Maria mit rundem Bauch. Die prall gefüllten Markthallen und für die Nimmersatten das Museum der Pilgerschaft.

Um 13:00 bringen wir Gottfried zum Flughafen Santiago de Compostela, wo er um 14:50 nach Deutschland fliegt. Er muss am Montag schon wieder eine neue Gruppe übernehmen.

Wir alle bedankten uns noch einmal recht herzlich für seine erneut tolle Reiseleitung, übergaben den obli-gatorischen Briefumschlag mit dem Trinkgeld und wünschten einen problemlosen Heimflug und alles Gute für die Zukunft.

Für unsere Gruppe war die Reise jedoch noch nicht zu ende. Unser Flugzeug startete nicht in Spanien, sondern in Portugal. Wir mussten noch nach Porto, dafür landeten wir nicht in Haan/Hunsrück, sondern in Düsseldorf.

Auf der Autobahn von Santiago de Compostela über Padrón und Pontevedra Richtung Vigo. Nach der Überquerung der Bucht von Vigo (Ria de Vigo) verließen wir die Autobahn und Manuel brachte uns vor die Tore von Redondela, eine von wehrhaften dicken Mauern umgebene Stadt. Hinter den Mauern fühlten wir uns beinahe ins Mittelalter zurück versetzt, allerdings mit modernem Outfit. Die hier durchgeführte „Pause“ war für uns recht angenehm.

Bald darauf überquerten wir die spanisch/portugiesische Grenze und an Braga vorbei erreichten wir Porto. Hier verabschiedeten wir uns vom Busfahrer Manuel, der uns durch seine umsichtige Fahrweise viel Freude bereitet hatte. Seine Arbeit wurde ebenfalls mit einem Trinkgeld-Umschlag ausreichend belohnt und wir wünschten ihm alles Gute für die Fahrt zurück nach Santiago de Compostela.

 

Unser Eurowings-Flugzeug startete um 18:30 Uhr und gegen 22:00 Uhr landeten wir in Düsseldorf.

Hier wartete wieder der Bus vom Reisedienst Gössling auf uns, der uns nach Essen zurück brachte.

Eine erlebnisreiche Pilgerreise war beendet. Euer Wanderwart – Dieter Hofmann

Hofmann 43 75 55 70 oder Poschmann 58 44 68

Euer Wanderwart Dieter Hofmann

 

 

 

 

 

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